Produktionsboom in der Industrie

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(Foto: [© j-mel], stock.adobe.com)

Nach den zahlreichen Einbußen in der Wirtschaft ändern sich die Aussichten: Es heißt, der deutschen Industrie steht ein Produktionsboom bevor. Die Erfolgsaussichten? Besser als während der vergangenen 30 Jahre. Besonders gut sollen die Auto- und die Elektroindustrie abschneiden.

Erwartungen in der Produktion: Höchststand seit 1991

Dem Ifo-Institut zufolge wollen deutschen Firmen sich verstärkt der Produktion widmen. Dass die Erwartungen einen Höchststand erreichen sollen, scheint keinesfalls aus der Luft gegriffen zu sein.

Doch was veranlasst das Ifo zu einer solchen Aussage? Monatlich befragt die Einrichtung zahlreiche Unternehmen. Der Indikator, der zu den Annahmen führt, ist bereits im März von nur 8,9 auf 30,4 Punkte angestiegen.

Allerdings gibt es einen weiteren Grund zu dieser Annahme: die Corona-Flaute. Was auf den ersten Blick wenig realistisch erscheinen mag, ist dennoch logisch. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zufolge herrscht nach dem Jahr der Pandemie ein hoher Bedarf, das Versäumte nachzuholen. Unternehmen wollen weiterhin wachsen und ihre angestoßenen Prozesse vorantreiben. Das wiederum führt dazu, dass sich in erster Linie die Auftragsbücher im Bereich Auto- und Elektroindustrie füllen.

Das Produktions-Plus wird in beinahe allen Branchen erwartet

Allerdings sind die Indikatoren für einen Anstieg in der Produktion nicht nur in der Auto- und Elektroindustrie zu beobachten – auch wenn sie hier besonders beeindruckend sind. Folgende Zahlen hat das Ifo ermittelt:

  • Autoindustrie: Hier steigt der Indikator auf 46 Punkte. Dieser Anstieg um zehn Punkte betrifft auch die Zulieferer der Automobilindustrie.
  • Elektroindustrie: Mit einer Erhöhung um 12 Punkte steigt der Indikator auf 44 Punkte.
  • Maschinenbau und Getränkehersteller: In beiden Bereichen gilt nun ein Indikator von 38 Punkten.
  • Metallerzeugung und -bearbeitung: Nachdem der Wert im Februar bei 20 lag, ist er nun auf 36 Punkte angestiegen.
  • Chemiebranche: In diesem Fall bleibt der Indikator mit 19 Punkten nahezu konstant.

Damit zieht das Produktions-Plus in zahlreichen Branchen ein und lässt auf einen deutlich besseren Jahresabschluss hoffen, als es im vergangenen Jahr der Fall war.

Ein weiterer Lichtblick: Auch die Export-Erwartungen steigen

Nicht nur in den einzelnen Branchen, sondern auch unter den deutschen Exporteuren breitet sich endlich wieder Zuversicht aus. Auch das bestätigen Ifo-Daten. Demnach ist die Exporterwartung von 11,9 auf 24,9 Punkte angestiegen – ein neuer Höchstwert seit Januar 2011.

Als ausschlaggebender Export-Faktor gelten weiterhin die beiden größten Abnehmer: die USA und China. Sie zählen zu den wichtigsten Abnehmern im Bereich von „Made in Germany“ Waren.

Da die deutsche Industrie weiterhin vom Export abhängig ist, bringen die kommenden Monate die ersehnte Entspannung der aktuellen Situation mit sich. In diesem Bereich wird sich die Erholung des Welthandels am stärksten bemerkbar machen. Denn die Corona-Krise hat gerade diese Unternehmen spürbar getroffen.

2021: Gute Chancen auf eine Erholung des Welthandels

Mit den andauernden Folgen der Corona-Pandemie verzeichnete die Weltwirtschaft im Jahr 2020 einen historischen Einbruch. Vermutet wird, dass sie in diesem Jahr um 6,0 Prozent zunehmen dürfte. Dem IWF (Internationale Währungsfonds) zufolge hätte man einen solchen Anstieg seit 1976 nicht mehr verzeichnen können.

Bereits im Februar machten sich diese Aussichten bemerkbar: Die Exporte wuchsen zum zehnten Mal in Folge, während die Importe um 3,6 Prozent stiegen.

In der deutschen Wirtschaft steigt gleichzeitig die allgemeine Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt eine Verbesserung um rund 4 Punkte, nämlich von 92,7 auf 96,6 Punkte. Damit wurde seit Juni 2019 der höchste Wert erreicht.

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