Oft werden akademische Arbeiten nur von wenigen Menschen überhaupt wahrgenommen. In Fällen, in denen es außerordentlich gut läuft, werden sie, nachdem sie von den Professoren beurteilt wurden, im jeweiligen wissenschaftlichen Diskurs berücksichtigt und zitiert, allerdings besteht auch dann die Zielgruppe lediglich in der Fachöffentlichkeit.

Es gibt aber auch Beispiele, in denen das anders aussieht. Durch die Ergebnisse seiner Doktorarbeit schafft es Bas de Haas jeden Tag, Menschen insgesamt 4.000 Stunden Glück zu schenken. Pro Monat wird seine Internetseite Chordify von 1,5 Millionen Menschen aufgerufen. Betrieben wird die Seite zusammen mit vier weiteren Musikbegeisterten. Auf der Plattform können Akkorde von populären Liedern aufgerufen werden, um diese nachzuspielen.

Die Geschichte von Chordify

Der Computerwissenschaftler beschäftigte sich im Rahmen seiner Dissertation mit digitalen Musiksammlungen. In einem Kapitel wird beschrieben, wie im Internet passende Akkorde gefunden werden können.

Während seiner Forschungen stieß er darauf, dass mithilfe von Künstlicher Intelligenz bereits seit langem versucht wird, automatisch Lieder in Harmonien aufzuschlüsseln. Um sich dieser Herausforderung anzunehmen, gründete de Haas Chordify zuerst als Nebentätigkeit.

 

Geschwindigkeitsanpassung der Songs für Premium-Kunden

Die Basis-Leistungen von Chordify erhalten alle Nutzer kostenfrei. Jegliche Lieder, die auf der Video-Plattform YouTube zu finden sind, kann die Webseite innerhalb weniger Sekunden in ihre Akkordstruktur zerlegen.

Die fünf Gesellschafter verdienen ihr Geld lediglich über zusätzliche Serviceleistungen. Zu diesen zählt, dass Premium-Kunden die Geschwindigkeit der Songs anpassen und diese somit schneller oder langsamer abspielen können. Darüber hinaus können interessante Liedinformationen als praktische PDF-Datei heruntergeladen werden. Ein eigenes Nutzerkonto besitzen heute bereits 600.000 Menschen.

 

Technik ist noch nicht perfektioniert

Harmonien werden von der Software automatisch identifiziert – somit werden auch Musikstücke von Hobbymusikern spielbar, deren Akkorde zuvor noch nie manuell im Internet veröffentlicht wurden.

Allerdings ist die Technik noch nicht so weit entwickelt, dass sie auch komplexe Jazzharmonien erkennen kann, weshalb die Vorschläge in einigen Fällen Fehler aufweisen. Eine Garantie, dass alle Akkorde wirklich richtig wiedergegeben werden, besteht also nicht. Allerdings können erkannte Fehler korrigiert werden, da der Algorithmus mit den Korrekturen stets dazu lernt.

Mit der innovativen Technologie konnten die jungen Unternehmer bereits weltweit viele Menschen erreichen. Besonders in Asien erfreut sich Chordify einer enormen Beliebtheit, da die typischen Schlager aus Bollywoodfilmen, beziehungsweise ihre Akkorde, vorher nie für die Öffentlichkeit zugänglich waren.

 

Intensivierung der Bindung zwischen Fans und Bands

Insgesamt spielt weltweit jeder zehnte Mensch ein Instrument, in den USA und Europa sogar jeder siebte. Vor kurzem zeigte sich, dass die Nachfrage nach derartigen Dienstleistungen überaus groß ist, als sich das Unternehmen Melody Scanner aus Deutschland auf der Messe Cebit präsentierte. Dieses bietet eine Notenmappe an, die auf einer Cloud basiert, in die Musikdateien hochgeladen werden können.

Auch zukünftig ist davon auszugehen, dass den musikbegeisterten Gründern die innovativen Ideen nicht ausgehen werden. Sie planen, zukünftig nicht nur den Fans der Musik, sondern auch den jeweiligen Bands Vorteile zu verschaffen. Schließlich verdienen die Bands in den heutigen Zeiten kaum noch durch die Verkäufe ihrer Tonträger. Durch die Software erhalten sie die Möglichkeit, zu ihren Fans und Anhängern eine intensive und tiefe Bindung aufzubauen.

Chordify hat einen integrierten Spieler geschaffen, durch den das Gefühl vermittelt wird, dass ein Stück gemeinsam mit den originalen Interpreten aufgeführt wird. Bands, die mit Chordify bereits zusammenarbeiten, haben auf ihrer Internetseite einen entsprechenden Link untergebracht.

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