Digitalisierung & Digitale Transformation: der Unterschied

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(Foto: [© beeboys], stock.adobe.com)

Digitalisierung und Digitale Transformation werden umgangssprachlich oft als Synonym verwendet. Allerdings sind sie das nicht – denn zwischen beiden bestehen wesentliche Unterschiede.

Für viele Führungskräfte sind die Begriffe Digitale Transformation und Digitalisierung zwei Bezeichnungen für dasselbe Thema. Auch Anbieter unterscheiden nicht immer zwischen den beiden Vorgehensweisen und benutzen sie als Buzzword für ihr Marketing.

Technologie und der technologische Fortschritt spielen dennoch in beiden Gebieten eine entscheidende Rolle. Das Problem an der umgangssprachlichen Verwendung: Nicht immer verstehen Spezialisten und Kunden dasselbe darunter. Das sorgt für Verwunderung und Unzufriedenheit, wenn die gewünschten Ergebnisse nicht geliefert werden.

Was ist Digitalisierung?

Im Zuge der Digitalisierung werden analoge Medien in Digitale umgewandelt. Das bedeutet, sie werden auf einem anderen Speichermedium abgebildet. Dabei kann es sich gleichermaßen um private Fotos oder firmeninterne Prozesse handeln. Automatisiert oder gar verändert wird in diesem Fall nichts. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Inhalte wie Dokumente und Rechnungen
  • Prozesse und Abläufe
  • Private Dateien wie Fotos, Briefe und Musik

Ein weiteres gängiges Synonym für die Digitalisierung ist die Automatisierung. Doch auch diese beiden Worte sind nicht identisch. Was jedoch stimmt: Die Digitalisierung ermöglicht die Automatisierung.

Was ist die Digitale Transformation?

Unter der digitalen Transformation verstehen Experten weitaus mehr als unter der einfachen Digitalisierung. Es soll nicht nur von Papier auf andere Speichermedien umgestellt werden. Stattdessen geht das Verständnis wesentlich weiter. An dieser Stelle wird aktiv nach Lösungen gesucht oder vielmehr nach neuen Vorgehensweisen, um Probleme mithilfe von Technologie zu lösen.

Das bedeutet: Statt Papier zu digitalisieren und zu verarbeiten, werden die Prozesse angepasst. Welche bestehenden Prozesse braucht das Unternehmen auch weiterhin? Lassen sie sich mithilfe von neuer Technologie vereinfachen? Das sind die klassischen Fragen, wenn es um die Digitale Transformation im Unternehmen geht.

Das Thema geht Hand in Hand mit Begriffen wie „Design Thinking“ oder „Agile“, die mittlerweile in der IT-Welt fest verankert sind. Dabei handelt es sich unter anderem um neue Arbeitsweisen und ein neues Herangehen an unterschiedliche Probleme. Beide tragen dazu bei, Probleme oder vorherrschende Prozesse neu und differenziert zu betrachten. Ist das Verständnis für diese Themen erst einmal vorhanden, können mithilfe technischer Mittel die neuen Technologien vor Ort eingesetzt werden.

Wichtig ist außerdem: Die Digitale Transformation wird niemals von der Technik ausgelöst. Es geht vielmehr darum, Probleme zu lösen und den Kunden neue Ansätze zur Verfügung zu stellen. Als Einstieg in die Digitale Transformation gelten deshalb solche Schritte, die kundenzentrierte Lösungen mit sich bringen.

So unterscheiden sich die beiden Ansätze

Beide Prozesse unterscheiden sich außerdem in ihrer Ursache und ihrer Auswirkung. Die „Ursache Digitalisierung“ ermöglicht es Firmen, neue Wege zu beschreiten. Dadurch, dass sämtliche Informationen nun auch in Softwarelösungen oder als digitale Dokumente vorhanden sind, wird vieles möglich. So können Daten beispielsweise unkompliziert durchsucht und ausgewertet werden.

Die Auswirkung davon: Wer sieht, welche Möglichkeiten nach einer erfolgreichen Digitalisierung vorliegen, macht hier nur selten halt. Plötzlich ergeben sich viele neue Optionen, die im Vorfeld meist nicht einmal bewusst waren. Das Ergebnis davon ist, dass Prozesse, Strategien und Geschäftsmodelle überdacht werden. Anschließend lassen sich die meisten davon so umgestalten, dass sie automatisiert und mit weniger Aufwand durchzuführen sind. Diese interne Transformation ist es, die im Allgemeinen als Digitale Transformation bezeichnet wird.

Obwohl die interne Transformation zahlreiche Vorteile mit sich bringt, stellt sie für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Bevor die Prozesse umgestellt werden können, müssen die Daten digitalisiert sein und im Digital Business Einzug halten.

Fazit

Damit die Digitale Transformation erfolgreich ist, wird die Digitalisierung als Basis-Baustein benötigt. Für die Digitalisierung hingegen braucht das Unternehmen keine Digitale Transformation. Das heißt, dass die analogen Dokumente möglichst flächendeckend in digitale Varianten übertragen werden müssen. Der schiere Umfang verleitet oft dazu, sich in diesem Prozess zu verlieren. Deshalb ist es besser, klein zu starten und sich Stück für Stück auf den gewünschten Grad hin vorzuarbeiten.

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